Inhalt 17 Abschnitte
- 01 Was Koreaner unter „Formal" verstehen — die Proportionslogik vor allem
- 02 Korean Formal Wear — was wirklich dazuzählt
- 03 Die 5 Codes des koreanischen Formal-Looks
- 04 Korean Office Wear Female vs Male — wo's wirklich anders läuft
- 05 Korean Office Wear Brands — welche Labels Seouls Workwear schreiben
- 06 Blazer — das wichtigste Einzelstück im Korean Formal Look
- 07 Hosen — Wide-Leg, Bügelfalte, kein Skinny
- 08 Hemd, Bluse, Polo — die Skin-nahe Schicht
- 09 Schuhe & Tasche — Loafer-Logik, Minimal-Bag
- 10 Wie du Korean Formal stylst — die unsichtbare 1-cm-Regel
- 11 Semi-Formal vs Voll-Formal — wo Seoul die Linie zieht
- 12 Sommer vs Winter — Linnen, Wolle, Mantel-Stack
- 13 Die 6 häufigsten Fehler im Korean Formal Look
- 14 Wie du in Korean Formal einsteigst — die ersten 4 Stücke
- 15 Korean Formal in echt — Seoul-Office, K-Drama, Real Outfits
- 16 Korean Formal ist Proportion — kein Logo, kein Brand-Cluster
- 17 Häufig gestellte Fragen zu Korean Formal Outfits
Alle sagen, Korean Formal Outfits seien „einfach guter Anzug, aber asiatisch geschnitten". Das ist die Floskel-Version. Die längere Antwort sieht so aus: Seouls Dresscode arbeitet mit einer eigenen Proportionslogik, einer eigenen Skala für „formal", und einer eigenen Vorstellung davon, was ein Anzug im Büro überhaupt leisten soll.
Korean Formal Wear ist nicht Tom-Ford-Mailand mit Mandel-Augen. Es ist eine eigene Sprache, die in den 2000ern aus drei Quellen verschmolzen ist: K-Pop-Bühnen-Tailoring, die Gangnam-Office-Codes der Samsung- und LG-Generation, und der koreanische Hang zu monochromen Farbpaletten. Daraus entstand ein Look, der in Seoul jeder Vorstandssitzung gewachsen ist und gleichzeitig auf Instagram als Inspiration zitiert wird.
Wer Korean Formal als „K-Drama-Cosplay" verkauft, hat den Code mit der Optik verwechselt. Dieser Guide klärt, was wirklich dahintersteckt: was in Seoul als „formal" gilt, wie sich Office-Wear für Frauen und Männer aufteilt, welche koreanischen Labels diesen Look schreiben, wie das in Blazer / Hose / Hemd / Schuh übersetzt wird, und welche 6 Fehler dein Outfit sofort als „western dressing" entlarven.
Wie das im echten Outfit aussieht — kompakt in 14 Sekunden, mit dem Hemd, das in Seoul gerade jeden Meeting-Raum betritt:
Definition
Was Koreaner unter „Formal" verstehen — die Proportionslogik vor allem
In Mailand heißt „formal" Schulter-Construction. In London heißt es Stoff-Qualität. In Seoul heißt es Proportion. Ob ein Outfit als formal liest oder nicht, entscheidet sich in Korea fast immer an einer einzigen Frage: stimmen die Verhältnisse zwischen Schulter, Taille, Hosen-Saum, Schuh und Sakko-Länge?
Die zweite Frage ist die Farbe. Ein koreanisch-formales Outfit lebt in der monochromen Palette — Charcoal, Anthrazit, Camel, Off-White, Schwarz, Dunkelbraun. Drei Töne maximal in einem Outfit. Eine kräftige Farbe als Akzent — und das gilt als laut. Ein Pinstripe ist erlaubt. Ein Karo wird nervös beäugt. Ein Glencheck nur im Herbst-Mantel, nicht im Anzug.
Was komplett fehlt im koreanischen Formal-Verständnis ist das „Italian Power Suit"-Vokabular: breite Reverse, taillierter Schnitt, doppelreihig mit Goldknöpfen, polierte Cap-Toe-Oxfords. Das liest in Seoul wie Verkleidung. Stattdessen läuft der Korean-Cut in Richtung „etwas weiter als nötig" — Schulter fällt, Sakko geht bis zur Daumen-Knochel, Hose hat 22-26 cm Saum, Loafer statt Schnür-Schuh. Das Outfit soll wirken, als hättest du dich nicht angestrengt — obwohl jeder Zentimeter durchdacht ist.
Bausteine
Korean Formal Wear — was wirklich dazuzählt
Korean Formal ist ein System aus fünf festen Bausteinen. Wenn alle fünf sitzen, liest das Outfit als Seoul-Office. Wenn einer fehlt, kippt es sofort in irgendwas anderes — Italian Suit, K-Drama-Cosplay, oder schlimmer: in Konfirmations-Anzug.
3
Töne max. im Outfit
22-26 cm
Hosen-Saum-Weite
1
Hardware-Linie (nicht zwei)
0
sichtbare Logos
Diese vier Zahlen sind keine Deko. Sie sind der Test. Ein Outfit, das eine Quote bricht — vier Töne statt drei, 18 cm Saum statt 22, Gürtel-Schnalle plus Uhr plus Manschetten-Knöpfe sichtbar gleichzeitig — ist nicht mehr Korean Formal. Es ist „westliches Office mit asiatischen Einflüssen". Was im Klartext heißt: Brooks Brothers mit anderem Foto-Hintergrund.
Konkret zählt zu Korean Formal Wear:
- Monochrome Farbpalette — Charcoal, Anthrazit, Camel, Off-White, Tiefschwarz, Dunkelbraun. Kein Royalblau, kein Burgundy, kein Olivgrün.
- Leicht oversized Schulter — die Schulter-Naht sitzt 0,5-1 cm außerhalb deiner natürlichen Schulter. Nicht weiter (das wäre K-Pop-Bühne).
- Wide-Leg Hose mit Bügelfalte — gerader Fall, 22-26 cm Saum, fest in die Schuhe. Skinny ist in Seoul seit 2018 raus.
- Hemd oder Polo skin-nah und immer reingesteckt — Sleeve-Length endet ca. 1 cm aus dem Sakko. Half-Tuck ist Western.
- Loafer, Derby oder Chelsea — kein Oxford mit Cap-Toe, kein Sneaker. Penny-Loafer mit dünner Sohle ist Default.
- Eine Hardware-Linie — entweder Gürtel-Schnalle ODER Uhr ODER Krawatten-Nadel. Niemals zwei zusammen.
Wenn dir drei dieser sechs Punkte fehlen, ist es nicht mehr Korean Formal — es ist Inspiration. Und es gibt eine Regel, die alle sechs zusammenhält:
5 Codes
Die 5 Codes des koreanischen Formal-Looks
Korean Formal ist nicht ein Look — es sind fünf, die sich an den Rändern überlappen. Wenn du Seouls Office-Districts nebeneinander legst, siehst du diese fünf Codes sauber getrennt. Jeder mit eigener Formalitäts-Stufe, eigener Stoff-Sprache, eigenem Schuh.
Welcher der fünf zu dir passt, hängt weniger vom Geschmack ab als vom Anlass und davon, wie viel Aufmerksamkeit du heute willst. Wie sich das zwischen Frauen und Männern aufteilt, kommt jetzt.
Gender-Split
Korean Office Wear Female vs Male — wo's wirklich anders läuft
Die Regeln sind die gleichen. Monochrome Palette, leicht oversized Schulter, Wide-Leg unten, Loafer, eine Hardware-Linie — gilt für jeden Körper. Was sich unterscheidet, ist die Linie. Wo der Mann den Blazer als äußere Schicht trägt, wird bei Frauen der gleiche Blazer oft zur Haupt-Silhouette — über einem Skin-Tank, ohne Hemd darunter.
Korean Office Wear Female (Suchvolumen-Tier oben): Wide-Leg Hose oder Pencil-Skirt-Midi, knit-tight Top, Blazer leicht oversized, Pearl-Detail oder eine dünne Goldkette. Schuh: Penny-Loafer mit dünner Sohle, im Sommer Mary-Jane-Flat, im Winter Chelsea-Boot. Die Bluse hat selten Print — wenn überhaupt, dann monochromer Stripe oder Pinstripe. Make-up bleibt natural, Glow nicht Mat. Tasche: strukturiert, mid-size, schwarz oder Off-White.
Korean Formal Wear Male: Charcoal- oder Anthrazit-Anzug, Wide-Leg Hose mit Bügelfalte, Hemd weiß oder Off-White. Krawatte nur bei Voll-Formal (Hochzeit, Investoren-Pitch) — sonst Knit-Polo unter dem Sakko. Schuh: Penny-Loafer, Derby, Chelsea-Boot mit dünner Sohle. Uhr ist erlaubt — als einzige sichtbare Hardware. Die Pomade-Frisur ist Default in Gangnam, der Mid-Length-Cut-Out ist Default in Hongdae.
Beide brauchen die gleichen Proportionen und die gleiche Drei-Töne-Regel. Was variiert, ist die Verteilung — nicht das Vokabular.
Brands
Korean Office Wear Brands — welche Labels Seouls Workwear schreiben
Korean Formal hat keine einzige Vorlage-Brand wie Italian Tailoring mit Brioni. Es ist eine Komposition aus dem koreanischen Designer-Spektrum — was in Seouls Office-Districts läuft, kommt aus den gleichen acht oder neun Labels, immer wieder. Wer das Vokabular versteht, kann den Look auch komplett ohne diese Brands bauen.
Die Labels, die das Korean-Formal-Vokabular geschrieben haben — chronologisch nach Einfluss:
- Wooyoungmi — seit 2002 in Paris und Seoul. Die Korean-Menswear-Authority mit fließenden Anzügen, Wide-Leg-Hosen, monochromen Paletten. Wenn ein Korean-Formal-Outfit elegant wirkt, ist es Wooyoungmi-adjacent.
- Juun.J — Streetwear-meets-Tailoring seit 1999. Oversize-Trench, Long-Coat, asymmetrischer Cut. Cartoonkeit-frei, aber dramatisch.
- Solid Homme — der koreanische Old-Money-Standard. Klassischer Anzug-Schnitt, beste Stoffe, null Trend-Anbiederung. Was in Seouls Gangnam-Vorständen seit den 90ern getragen wird.
- Andersson Bell — die Smart-Casual-Brücke. Knit-Polo, Wide-Leg-Hose, Blazer in 3-Tone-Block. Was ein 28-jähriger Designer in Hongdae trägt, kommt von dort.
- ADER error — Avant-Garde-Streetwear mit Office-Vibe. Asymmetrische Hemden, Distortion-Logos. Die K-Pop-tauglichste Marke der Liste.
- Recto — Premium-Casual mit Tailoring-Sensibilität. Camel-Mäntel, Off-White-Hemden, das „erwachsene Wochenende"-Vokabular.
- Eenk — Frauenmode-Authority für Office Siren KR. Tailored Blazer, knit-tight Top, Pearl-Detail. Wenn eine Frau in Gangnam executive aussieht, ist es oft Eenk.
- Low Classic — minimal-modernistisch, monochrom. Pencil-Skirt-Midi, Wide-Leg-Hose, Off-White-Bluse. Die direkte Korean-Formal-Übersetzung für Frauen unter 35.
- Avandress — der K-Drama-Lieblings-Designer für Wedding-Guest-Outfits. Hochformal, monochrom, dramatisch ohne Logo.
- We11done — die Streetwear-Spitze, die Office tauglich macht. Tailored Pants, Blazer mit Logo-Patch klein, Loafer-Sneaker-Hybrid.
Wer Korean Formal tragen will, ohne Designer-Preise zu zahlen, sucht im Seoul-Resale-Markt nach diesen Brands oder bei DTC-Marken, die dieses Vokabular kompetent übersetzen.
Kategorie · Blazer
Blazer — das wichtigste Einzelstück im Korean Formal Look
Der Blazer trägt das Korean-Formal-Outfit. Er ist die größte Fläche, die dominanteste Linie, der primäre Träger der Proportion. Hier entscheidet sich, ob aus deinem dunklen Outfit Seoul-Office wird oder Mailand-Cosplay.
Drei Blazer-Typen funktionieren in Korean Formal: der leicht oversized Single-Breasted in Charcoal oder Anthrazit (Gangnam-Default), der Cropped Blazer für Frauen in Off-White oder Camel (Office Siren KR), und der Long-Blazer als Trench-Hybrid (K-Drama Romantic Lead). Doppelreihig kommt rein, wenn er ohne sichtbare Goldknöpfe daherkommt — sonst kippt es in „1980er-Wall-Street".
Der Wide-Leg-Set ist die direkteste Übersetzung des Korean-Formal-Codes — Blazer plus passende Hose in einem Schnitt, monochrome Palette, leicht oversized Schulter. Wer in Gangnam ein Vorstands-Foto-Outfit braucht, fängt hier an. Der einzelne Cropped Blazer ist die Office-Siren-KR-Stufe — funktioniert mit Wide-Leg-Hose darunter oder mit Pencil-Skirt-Midi.
Kategorie · Hosen
Hosen — Wide-Leg, Bügelfalte, kein Skinny
Die Hose ist der zweitwichtigste Hebel im Korean-Formal-Outfit. Wenn der Blazer die Linie nach oben definiert, definiert die Hose die Linie nach unten. Falsche Hose unter richtigem Blazer ist die häufigste „warum sieht das aus wie europäisches Büro"-Fehlleitung — auch bei Outfits, die sonst alles richtig machen.
Was funktioniert: Wide-Leg mit 22-26 cm Saum, hohe Taille, Bügelfalte. Pinstripe oder uni. Stoff: Wolle-Misch, Twill, im Sommer Linen-Misch. Was nicht funktioniert: Skinny (Seoul-out seit 2018), Slim mit verkürztem Saum (in Seoul Konfirmations-Anzug-Memory), Tapered (kippt in „Japan-Streetwear", wo Korean Formal nicht hin will).
Die uni Wide-Leg in Charcoal ist die meistgetragene Office-Hose in Gangnam — funktioniert mit jedem der fünf Codes, von Voll-Formal bis Smart Casual Itaewon. Der Pinstripe-Wide-Leg ist die Stufe darüber — wird in Voll-Formal-Anlässen getragen (Hochzeit, Investoren-Pitch, Wedding-Guest-Outfit), gerne als Komplett-Anzug mit passendem Sakko.
Kategorie · Tops
Hemd, Bluse, Polo — die Skin-nahe Schicht
Das Top ist der dritte Hebel. Es entscheidet, ob das Outfit als hoch-formal oder als office-casual liest. Hemd plus Krawatte = Voll-Formal. Hemd ohne Krawatte = Office-Casual. Knit-Polo unter dem Sakko = K-Drama Romantic Lead. Skin-Tank unter Cropped Blazer = Office Siren KR.
Was funktioniert: weißes oder Off-White-Hemd in skin-naher Passform, Sleeve 1 cm aus dem Sakko, immer in die Hose. Knit-Polo in Charcoal, Anthrazit oder Off-White — fein gerippt oder Waffle-Knit, kein dicker Cable-Knit. Was nicht funktioniert: bunte Hemden, gemusterte Hemden (außer dezenter Stripe oder Pinstripe), Polo mit großem Logo, Hemd offen ohne Untertop.
Das Striped-Trim-Hemd ist die Office-Casual-Stufe — kragenlos oder mit weichem Kragen, Half-Sleeve im Sommer, immer in die Hose. Der Waffle-Knit-Polo ist die K-Drama-Romantic-Lead-Stufe — unter dem Charcoal-Blazer, mit Wide-Leg-Hose, ein Loafer ohne Socke im Sommer.
Kategorie · Schuhe & Tasche
Schuhe & Tasche — Loafer-Logik, Minimal-Bag
Der Schuh entscheidet die letzte 5 Prozent. Wer im Korean-Formal-Outfit Sneaker trägt, hat den Code verloren — selbst wenn der Sneaker schwarz und unauffällig ist. Seoul ist kein Sneaker-Office-District. Was läuft: Penny-Loafer mit dünner Sohle, Derby in matt-schwarz, Chelsea-Boot ohne Profil. Cap-Toe-Oxford ist erlaubt für Voll-Formal — wirkt aber schon leicht britisch, also nur bei Hochzeit oder Investoren-Pitch.
„Der Sneaker ist die freundlichste Lüge im Business-Casual. Er macht das Outfit zugänglicher und schwächt es im gleichen Atemzug. In Seoul sagt man: zwei Optionen — Loafer oder gar nicht ins Büro."
Korean-Formal-Operating-Rule, Gangnam-Office-District
Tasche: strukturiert, mid-size, monochrom. Schwarz, Off-White oder Cognac. Backpack ist Universität oder Hongdae-Designer, nicht Gangnam-Office. Cross-Body ist Gen-Z, nicht Vorstand. Die Korean-Formal-Tasche ist Tote oder strukturierter Hand-Bag, mit einer einzigen Hardware-Stelle (Schnalle ODER Logo-Plate dezent ODER nichts). Maße: groß genug für Laptop, klein genug, dass sie nicht über die Hüfte ragt.
Wenn dich das Hardware-Detail interessiert — Tasche, Gürtel-Schnalle, Uhr — und wie sich das in andere Korean-Stilrichtungen übersetzt, lohnt sich der Tiefdive in unsere Korean-Reihe:
Styling-Deep-Dive
Wie du Korean Formal stylst — die unsichtbare 1-cm-Regel
Wer einmal in einem Gangnam-Office gestanden hat und das Outfit der Vorständin oder des Vorstands aus der Nähe gesehen hat, sieht eine Sache, die in keinem Pinterest-Mood-Board steht: jeder Zentimeter sitzt. Hemden-Manschette endet 1 cm aus dem Sakko-Ärmel. Hosen-Saum legt sich genau einmal auf den Loafer und stoppt. Sakko-Länge endet auf der Daumen-Knochel — nicht darüber, nicht darunter.
Diese Präzision ist der Unterschied zwischen Korean Formal und westlichem Business-Casual. Westliche Anzüge erlauben einen Zentimeter Spiel — koreanische nicht. Wenn dein Sakko zwei Zentimeter zu lang ist, liest das Outfit nicht „leicht oversized" wie geplant, sondern „geerbt vom Vater". Wenn deine Hose zwei Zentimeter zu kurz ist, liest das Outfit nicht „intentional cropped", sondern „aus der Konfirmation gewachsen".
Die unsichtbare 1-cm-Regel zieht sich durch das ganze Outfit. Manschette 1 cm aus dem Sakko. Hosen-Saum ein Mal auf dem Schuh, nicht mehr. Hemden-Kragen exakt parallel zur Schulter-Naht. Krawatten-Knot bis zum obersten Knopf, kein Zentimeter Lücke. Das ist nicht Pedanterie — es ist die Sprache des Codes.
Wenn dir die Präzision zu viel ist, gibt es eine Abkürzung: kauf monochrom in der gleichen Farbfamilie. Charcoal-Sakko, Charcoal-Hose, Off-White-Hemd, schwarzer Loafer. Drei Töne, eine Linie, Hardware nur über die Uhr. Selbst wenn ein Zentimeter falsch sitzt — die monochrome Palette deckt vieles.
Formalitäts-Tiers
Semi-Formal vs Voll-Formal — wo Seoul die Linie zieht
Die Suche nach „Semi formal korean outfit" hat in den USA und Europa eine bestimmte Vorstellung: ein bisschen lockerer als Anzug, ein bisschen formaler als Casual. In Seoul ist die Linie schärfer. Voll-Formal heißt Anzug mit passendem Sakko, Hemd plus Krawatte, Loafer oder Derby, Uhr. Punkt. Semi-Formal heißt: Blazer plus Wide-Leg-Hose in unterschiedlichen Stoffen, Knit-Polo oder Hemd ohne Krawatte, Loafer, eine Hardware-Linie.
Was Semi-Formal in Seoul auf keinen Fall ist: T-Shirt unter Sakko (kippt in „Tech-Bro"), Sneaker (kippt in „Wochenend-Casual"), Jeans (kippt in „Date-Night"), Cardigan statt Blazer (kippt in „Onkel"). Der Sakko ist die Mindest-Anforderung. Sobald der Sakko fehlt, ist es kein Korean-Formal-Outfit mehr — auch wenn alle anderen Teile sitzen.
Casual Korean office wear — die untere Stufe der Semi-Formal-Zone — funktioniert nur mit dem Knit-Polo-Trick. Knit-Polo plus Wide-Leg-Hose plus Loafer plus Sakko = office-tauglich. Knit-Polo plus Wide-Leg-Hose plus Loafer OHNE Sakko = Wochenende oder Date, aber nicht Office.
Saisonal
Sommer vs Winter — Linnen, Wolle, Mantel-Stack
Seoul hat vier echte Jahreszeiten — Sommer mit 32 °C plus 80 % Luftfeuchtigkeit, Winter mit -10 °C plus Wind. Korean Formal hat deshalb für jede Jahreszeit eine eigene Stoff-Skala. Wer ein Wolle-Sakko bei 32 °C trägt, ist nicht „klassisch", sondern hat den Code nicht verstanden.
Sommer (Juni-August): Linen-Misch-Sakko in Off-White oder Camel, ungefüttert. Wide-Leg-Hose in Linen oder leichtem Twill. Hemd in Baumwolle, kurze Ärmel sind erlaubt — aber nur in Half-Sleeve-Cut, nicht in T-Shirt-Form. Loafer ohne Socke. Sonnenbrille als Hardware-Linie, dann keine Uhr.
Übergang (September-November, März-Mai): Wolle-Misch-Sakko in Charcoal oder Anthrazit. Wide-Leg-Hose in Wolle-Twill. Hemd plus Knit-Polo darunter als Layer im November und April. Trench-Coat als äußerer Layer.
Winter (Dezember-Februar): Camel- oder Charcoal-Mantel über dem Anzug, Mantel-Länge bis Mid-Calf. Wolle-Misch-Sakko mit Futter. Strick-Tank oder Strick-Polo unter dem Hemd. Chelsea-Boot oder gefütterter Derby. Schal monochrom, Wolle oder Kaschmir, klassisch geknotet.
Fehler
Die 6 häufigsten Fehler im Korean Formal Look
Wer Korean Formal probiert ohne den Code zu kennen, macht meistens die gleichen sechs Fehler. Keiner davon ist Geschmacksfrage — alle sechs sind Proportions- oder Material-Brüche, die das Outfit aus Seoul herausfallen lassen, auch wenn die Einzelteile teuer sind.
Einstieg
Wie du in Korean Formal einsteigst — die ersten 4 Stücke
Wer Korean Formal nicht von null aufbauen will, sondern nur den Code testen, kommt mit vier Stücken durch — die zusammen mindestens drei Outfits ergeben. Das ist die Einstiegs-Garderobe, mit der du in Seoul jeden Wochentag office-tauglich bist und am Wochenende noch in Itaewon brunchen kannst.
Wer Frau ist, ersetzt die Hose durch Wide-Leg oder Pencil-Skirt-Midi, das Hemd durch Skin-Tank plus knit-tight Top, und kauft sich Cropped Blazer plus Penny-Loafer. Dafür reicht ebenfalls die Vier-Stücke-Logik. Pearl-Detail oder dünne Goldkette als optionaler Schmuck — eine Hardware-Linie, nicht zwei.
Real Outfits
Korean Formal in echt — Seoul-Office, K-Drama, Real Outfits
Korean Formal in echt ist ruhiger als das, was Pinterest aufruft. Auf Instagram landet das, was fotogen ist — Cropped Blazer mit Wide-Leg, Camel-Mantel über Charcoal-Anzug, Office Siren mit Pearl. In Seouls echten Office-Gebäuden läuft 80 % der Mitarbeitenden im Code, ohne dass es jemandem auffällt. Genau das ist der Punkt: Korean Formal soll nicht „besonders" wirken. Es soll funktionieren.
Wer den Code auf der eigenen Straße testen will, fängt mit einem Code an — nicht mit allen fünf. Pick Gangnam Executive, trag das einen Monat. Dann switch in Office Casual Seoul. Dann in Smart Casual Itaewon. Nach drei Monaten kennst du, was an deinem Körper funktioniert — und kannst die Codes mischen.
Fazit
Korean Formal ist Proportion — kein Logo, kein Brand-Cluster
Wer Korean Formal verstanden hat, sieht sofort, was westliches Office vom Seoul-Office unterscheidet. Es ist nicht der Stoff. Es ist nicht der Preis. Es ist die Linie. Schulter leicht über die Naht, Wide-Leg-Saum auf dem Loafer, monochrome Palette, eine Hardware-Linie. Diese vier Dinge sind der gesamte Code.
FAQ
Häufig gestellte Fragen zu Korean Formal Outfits
Was ist Korean Formal Wear?
Was ist der Unterschied zwischen Korean Formal und Italian Suit?
Was ziehen Frauen in koreanischen Büros an?
Welche Marken sind Korean Office Wear?
Was ist Semi-Formal in Korea?
Geht Korean Formal auch ohne Krawatte?
Sind Sneaker im Korean Formal Outfit erlaubt?
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Σχετικά με τον συγγραφέα
Philipp Fuge — Founder · Berlin
Founder της Fūga Studios. Γράφει ο ίδιος το journal. Berlin · Shanghai · Tokyo · Poznań — τέσσερις πόλεις, μία λογική.







































